Interview mit Alois Schibig, Produktionsleiter

Alois Schibig ist nicht nur ein Steiner Urgestein, sondern auch ein Spichtig-Urgestein. Er ist bereits seit 41 Jahren im Betrieb tätig und prägt die Firma Spichtig wie kein Zweiter. Dank seiner Erfahrung konnte Wisel, wie wir ihn alle nennen, schon viele Herausforderungen meistern. Im Interview erzählt er uns seine Lebensgeschichte und warum er überhaupt noch da ist.

Wer bist du?
Ich bin ein Steiner Urgestein: Hier geboren, aufgewachsen und ich lebe heute noch hier mit meiner Frau. Seit 41 Jahren arbeite ich bei der Spichtig AG, heute als Produktionsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung.

Wie hat das alles angefangen?
Ich habe meine Lehre als Feinmechaniker bei der Landis & Gyr absolviert. Nach der Lehre wollte ich einfach etwas Geld verdienen. Spontan ging ich bei der Spichtig AG vorbei und habe gefragt, ob sie Arbeit für mich hätten. Und so kam es, dass ich als Werkzeugmacher angefangen habe.

Wie war dein erster Eindruck?
Als ich den Betrieb, im Speziellen die Werkstatt gesehen habe, war für mich schnell klar: «Der Schibig bleibt hier nicht lange.» Von der Landis & Gyr war ich mich anderes gewohnt. Wir hatten die neuesten Maschinen, definierte Produktionsprozesse und klare Abläufe. Das fehlte damals hier alles.

Und jetzt bist du heute noch da!
Genau. Entscheidend war sicher, dass ich als Werkzeugmacher alles gemacht habe: von der Konstruktion über die technische Zeichnung bis zur Fertigstellung des Produktes.

Heute bist du der Produktionschef und verantwortlich für sämtliche Bereiche wie eben die Produktion, Spedition und Montage. Wie kam es dazu?
Knapp nach meinem 40. Geburtstag kam Stefan Spichtig zu mir ins Büro und meinte, dass ich langsam als Nachfolger für den damaligen Betriebsleiter aufgebaut werden sollte. Ich habe dann den Bereich Betriebsunterhalt übernommen und mich laufend im Bereich Spritzgusstechnik weitergebildet. Nebenbei habe ich die Ausbildung zum eidg. dipl. Betriebsfachmann absolviert. 10 Jahre später konnte ich aufgrund der Pensionierung meines Vorgängers die Gesamtverantwortung übernehmen.

Was macht der Reiz deiner Tätigkeit aus?
Es gab und gibt immer wieder neue Projekte, die mich vor grosse Herausforderungen stellen: Aus der Idee entsteht eine erste Zeichnung und das Design, dann muss die Machbarkeit geprüft und ein Muster erstellt werden. Von der Idee bis zum fertigen Teil ist es ein langer Weg. Aber genau das ist es, was meine Arbeit so reizvoll macht.

Was hat sich in all den Jahren im technischen Bereich verändert?
Da haben natürlich enorme Entwicklungen stattgefunden. Der wichtigste technische Meilenstein war die Einführung unserer ersten Maschine mit Handling. Die Kunststoffteile wurden nicht mehr nur gespritzt, sondern direkt vom Roboter übernommen und automatisch verpackt. Hört sich ganz simpel an, die Umsetzung war aber alles andere als einfach.

Über welche Ablagebox kannst du etwas Besonderes erzählen?
Da fällt mir spontan die styroval-Ablagebox ein. Der Verkauf dieser Produkte war sehr schleppend. Hans Spichtig nahm dann Kontakt mit USM auf und bot ihnen die styroval-Box passend zum USM-Möbel an. Der Kundenkreis für diese Box konnte stetig erweitert werden und ist heute eine Erfolgsstory.

Was sind weitere Gründe für den Erfolg der styroval-Box?
Die Box ist ein Klassiker, die sehr stabil gebaut und zeitlos im Design ist.

In zwei Jahren trittst du in den wohlverdienten Ruhestand. Hast du Pläne, wie du deine Zeit nutzen wirst?
Ich habe eine verständnisvolle Frau, zwei erwachsene Söhne und drei Enkelkinder. Somit werde ich mehr Zeit mit der Familie verbringen. Des Weiteren werde ich mein Präsidium beim Turn- und Sportverein Steinen weiterführen, Tätigkeiten in der Gemeindekommission wahrnehmen und bestimmt einmal mit meinem Enkel nach Amerika reisen.